12. Thüringer Herbstkurs 2019

  • Datum: 13.10.-20.10.2019
  • Ort: Kloster Volkenroda

Der Weiterbildungskurs für Ensembleleiter und Spieler von Zupfinstrumenten des BDZ Landesverband Thüringen e.V. findet jedes Jahr  in der ersten Thüringer Herbstferienwoche Anfang Oktober statt.

Der Kurs in Thüringens Zentrum bietet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und eine Vielfalt an Kursangeboten rund um die Zupfmusik.  Angesprochen sind insbesondere Mandolinisten, Gitarristen, Bassisten, Cellisten und Zitherspieler aus Vereinsorchestern, Musikschulen und aus dem freiberuflichen Umfeld.

Einzel- oder Forumsunterricht, Weiterbildung individuell nach Ausbildungsstand und Wunsch, Repertoirestudium, Kammermusik, Praxis des Ensemblespiels, Grundlagen und fortführender Unterricht im Dirigat, Schulung von Ensembleleitern, Konzerte der international anerkannten Solisten, Instrumenten- und Notenausstellung, Kursteilnehmerkonzerte und vieles mehr bietet der Herbstkurs. Mit Qualifizierungsnachweisen (D-C Kurse) wird die kontinuierliche  Fortbildung über mehrere Jahre bei hervorragenden Dozenten abgesichert.

Für interessierte Spieler im Alter von 7-14 Jahren wird neben der altersadäquaten Ausbildung auch ein ansprechendes Programm in der Freizeit angeboten.


 

Rückblick 2017

 

Jubiläum - 10 Jahre Thüringer Herbstkurs

Ein guter Zeitpunkt kurz zurück zu blicken... Im Jahr 2016 entstand der Wunsch des Präsidenten des Landesverbandes BDZ Thüringen Daniel Mortsch und der Landesmusikleiterin Daniela Heise, die Fortbildung ihrer Vereinsmitglieder rundum abzusichern und auf „neue Füße“ zu stellen.

Nach vielen besuchten Weiterbildungskursen für Zupfmusiker im In -und Ausland hatten sich beide ein Bild gemacht, wie der Thüringer Kurs aussehen könnte. Die Bedürfnisse der Dirigenten aber auch der Orchestermusiker aller Generationen sollte Berücksichtigung finden.

An der gerade überarbeiteten Prüfungsordnung des BDZ (Bund) orientiert, starteten sie mit einem Probemodell der D-Kursausbildung im Zusammenspiel mit instrumentalem Meisterkurs und Weiterbildung im Dirigat im Sommer 2017 und waren erstaunt, wie viele Teilnehmer diesen Kurs sofort dankbar annahmen.

So etablierten sie 2008 den Thüringer Herbstkurs immer in der ersten Herbstferienwoche des Freistaates Thüringen. Seit dieser Zeit kamen jährlich 65 Teilnehmer und mit allen Mitwirkenden sind  inzwischen 10 Jahre lang rund 80 Personen eine Woche lang wie eine große Zupferfamilie vereint. Jeder freut sich schon auf das kommende Jahr und bringt meist noch jemanden mit, so dass die Mundpropaganda die beste Werbung für diesen Kurs bleibt. Alle Gäste loben immer die Thüringer Herzlichkeit, die gute Stimmung auf dem Kurs, die ausgefeilten Stundenpläne und natürlich auch das gute Essen.

Seit 3 Jahren hat der Kurs ein neues Domizil gefunden im CJD Schloss Oppurg und alle freuen sich, Unterkunft, Unterricht, Konzerte und Verpflegung unter einem Dach genießen zu dürfen. Mit einem weinenden Auge denkt die Leiterin Daniela Heise  stets an die 7 Jahre in Rudolstadt zurück, die auch sehr schön waren, trotz der vielen Wege, aber so genannte Lehrjahre für den Kurs bedeuteten. Das Publikum war durch die Zupferszene in Rudolstadt immer dankbar und die Konzerte wurden in der Öffentlichkeit auf jeden Fall besser angenommen.

In diesem Jahr zum besonderen Kurs, dem 10jährigen Jubiläum, waren mehr Dozenten nach Oppurg eingeladen, manche waren auch nur kurz zu Gast. Ganz besonders spannend gestaltete sich das Jubiläumskonzert am 2.10.2017 in der Saalfelder Schlosskapelle. Prof. Gerhard Reichenbach, der Virtuose der klassischen Gitarre, der seit Beginn diesen Kurs mitgeprägt hat und in fast jedem Jahr mit dabei war, spielte aus all den abwechslungsreichen Programmen der vielen Kursjahre einen Querschnitt und überzeugte wieder alle mit seiner technischen und musikalischen Bandbreite, seinem ausgezeichneten Spielstil und seiner Musikalität.

Im In- und Ausland ist er ein sehr begehrter Solist und Dozent auf vielen Meisterkursen. Er ist Professor für Konzertgitarre an der Musikhochschule Köln/Wuppertal. Er fand zu Beginn herzliche Worte, die Veranstalter und Organisatoren zu loben und den Kurs als einen besonderen Höhepunkt im Jahr zu würdigen.

Im zweiten Teil waren Prof. Caterina Lichtenberg und ihr Mann Mike Marshall  solistisch und kammermusikalisch zu hören.

C. Lichtenberg gehört weltweit zur absoluten Spitze ihres Faches. Sie ist erste Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe und Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung.  Zum Wintersemester 2007/08 wurde sie zur Professorin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen, dem weltweit einzigen Lehrstuhl für das Fach Mandoline. Sie im Zusammenspiel mit ihrem Mann, dem amerikanischen Multi-Instrumentalisten Mike Marshall zu hören, bedeutete, über eine musikalische Brücke zu gehen zwischen musikalischen Kontinenten und das war unterhaltsam. Ob Barock, Jazz, brasilianischer Choro oder amerikanische Folk-, Bluegrass- und Popmusik, beide sind mittlerweile in all diesen Stilbereichen zu Hause.

Neben dem gewohnt sehr guten Unterricht im Meisterkurs und in der Gruppe im Rahmen der Kurswoche gab es am späten Nachmittag täglich einen  spannenden Vortrag. Mike Marshall eröffnete den Reigen und erzählte mitreißend über seinen Werdegang in der Bluegrassszene Amerikas und hatte viele Fragen zu beantworten. Caterina Lichtenberg gab Einblicke in ihre musische Ausbildung seit Kindheitstagen und die Einflüsse von Familienmitgliedern, bekannten Musikern und unterschiedlichsten Musikstilen, die ihren Berufswunsch festigten und die ihre Gefühlswelt über Jahrzehnte prägten.

Interessant waren auch die Vorträge von Stefan Schmidt, der über seine äußerst erfolgreiche Unterrichtspraxis referierte und der Geschichtsabriss über die siebensaitige Gitarre durch Maxim Lysov.

Ein besonderes Abenteuer waren die Ausführungen von Maren Trekel, die mit den interessierten Teilnehmern moderne Musik in ungewohnter grafischer Notation zum Klingen brachte und viel aus ihrer Experimentierkiste zauberte. Auch das fahrbare Musikhaus Trekel stand den Kursteilnehmern in gewohnter Weise wieder zur Verfügung. Dafür gebührt Maren Trekel der herzlichste Dank!

Das gemeinschaftliche Musizieren ist seit Anbeginn ein wesentlicher Baustein des Kurses und im Jubiläumsjahr fanden sich gleich vier Formationen. Unter der Leitung von Christian Laier probten die jüngsten Teilnehmer im Zupfensemble und brachten zum Abschlusskonzert bereits Erstaunliches zu Gehör.

Um die jungen Gitarristen der Musikschulen, die zunehmend den Kurs für ihre Weiterbildung nutzen, kümmerte sich die Kursleiterin Daniela Heise, die ebenfalls die dirigentische und didaktische Ausbildung der C Kursteilnehmer in ihren Händen vereinte. So präsentierten sich am Ende die jungen Nachwuchsdirigenten und zeigten Einblicke in ihr Potential und motivierten das Gitarrenorchester zu musikalischer Gestaltungsvielfalt.

Ebenso engagiert arbeitete Anthon Hansen mit dem Zupforchester und brachte den fortgeschritteneren Dirigenten mit seinem besonderen Humor kleine Finessen und Feinheiten näher. Im Abschlusskonzert präsentierte das Orchester unter seiner Leitung aber auch durch die Vielfalt der Teilnehmer in seinem Meisterkurs Dirigat ein beachtliches sehr gut gelungenes Repertoire von 4 mehrsätzigen Werken, die in dieser Woche erarbeitet wurden.

Seit Jahren sind auch die Zitherspieler in den Thüringer Herbstkurs integriert und Steffen Hempel gelingt es immer wieder mit eigenen originellen Bearbeitungen die Kammermusik in seinem Bereich abwechslungsreich und begeisternd zu gestalten.

Nach einem sehr gelungen Eröffnungskonzert durch die beiden Gitarristen Anna Kermer und Philipp Lang, die sich erstmalig auch als Duo präsentierten, fühlten sich gerade viele jüngere Musiker animiert, die Zupfernight am Ende der Woche mit musikalischen Beiträgen zu bereichern. So gab es einige sehr gute kammermusikalische Beiträge u.a. der C Kursteilnehmer zu hören und eine Formation aus dem Gitarrenensemble La Speranza aus Nordhausen spielte unter Leitung ihrer Lehrerin Daniela Heise aus ihrem derzeitigen Repertoire.

Mit Denis Schmitz war ein neuer junger Dozent zu Gast, der im Konzert durch eigene Kompositionen  und durch große Strukturiertheit und neue Ideen in der Unterrichtswoche zu begeistern wusste.

Claudia Firl hatte in diesem Jahr gleich drei Streicheranmeldungen und überraschte im Konzert mit zwei sehr schönen Kammermusikbeiträgen zu 2 Cellis, 2 Gitarren und 2 Bässen. 

Marijke Wiesenekker, Michiel Wiesenekker und Maxim Lysov präsentierten sich am Ende der Zupfernight in gewohnter Weise locker und beschwingt mit technischem Können und viel Musizierfreude während Söhnchen Alex in den Armen der Kursleiterin glücklich und zufrieden schlief.

Viel Mühe hatte sich auch Robert Hartung mit den  oft unliebsamen Fächern Musiktheorie und Gehörbildung gemacht und war stolz, wie gut seine Teilnehmer den Anforderungen der Prüfungsordnung gerecht wurden.

Mit einer tollen Party im Rokokosaal des Schlosses feierten alle Teilnehmer eine gelungene Herbstkurswoche und ihre Abschlüsse. Die Belegschaft des CJD Schloss Oppurg zauberte ein Buffet vom Feinsten und krönte damit die absolut perfekten Rahmenbedingungen.  Dass in der lehrreichen Schulferienwoche für die Kinder nicht nur Üben und Lernen auf dem Programm stand, war für die Betreuerinnen  Marlen Donat und Kristin Pfeil (Juliane Byrenheit in Vertretung) Ehrensache. Sie zauberten tolle Bastelideen hervor und beschäftigten die Kinder kreativ über die ganze Woche.  Dafür gebührt ihnen herzlichster Dank auch in Anbetracht dessen, dass sie im nächsten Jahr leider nicht mehr dabei sein können.

In diesem Sinne nehmen wir gern Bewerbungen an für 2 Betreuer im Herbstkurs 2018, der vom 29.9.-6.10.2018 im CJD Schloss Oppurg stattfinden wird.

Susann Schrader und Wieland Gruppe, die guten Geister im Hintergrund des LV BDZ Thüringen wurden im Abschlusskonzert von der Landesmusikleiterin und dem Präsidenten des Landesverbandes geehrt und erhielten langen, verdienten Applaus. Ebenso wie die einzige Teilnehmerin im Bereich C2 Caroline Reitersdorf, die ihren Abschluss über zwei Jahre im Verband mit der Landesmusikakademie Sondershausen  im Herbstkurs  2017 erfolgreich ablegen konnte.

Herzlichen Dank an alle Beteiligen. Es war ein sehr sehr schöner Kurs.

Natürlich gab es am Ende einen großen Blumenstrauß und ein Präsent für die Ideengeberin und den Motor dieses Kurses, für die Kursleiterin Daniela Heise! Ihr habe ich auch zu verdanken, dass ich in diesem Jahr das erste Mal mit dabei sein konnte und mich begeistert auf das nächste Jahr in Oppurg freue...

Helge Weber, Teilnehmer im D1 Kurs